{"id":165,"date":"2020-01-19T12:25:36","date_gmt":"2020-01-19T11:25:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hafis-garage.at\/?page_id=165"},"modified":"2020-02-25T18:32:09","modified_gmt":"2020-02-25T17:32:09","slug":"die-antn","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hafis-garage.at\/?page_id=165","title":{"rendered":"Die Antn"},"content":{"rendered":"\n<p>Dass der \u00d6sterreicher, Helmut Hafenscher, alias \u201eHafi\u201c die hohe Kunst des Motorradveredelns beherrscht, das hat er 2018 eindrucksvoll bewiesen. Auf der Custombike-Show in Bad Salzuflen haben die beiden, von ihm aufgebauten Bikes, jeweils einen ersten Platz errungen. Die Freude \u00fcber den zweifachen Sieg war nat\u00fcrlich gro\u00df und dementsprechend hoch motiviert ging der Hobbyschrauber, 2019, auf die Suche nach einem neuen Projekt. W\u00e4hrend Hafi fr\u00fcher stundenlang die Internet Foren nach einer brauchbaren Basis durchpfl\u00fcgte, war pl\u00f6tzlich alles anders. Wildfremde Personen, die von Hafis Erfolg h\u00f6rten, boten ihm ihre Bikes an. Meist waren dies Motorr\u00e4der, die schon ein paar Jahre in Garagen herumstanden und nicht mehr gebraucht wurden, oder es handelte sich um das Ende eines misslungenen Umbauversuchs. Den Zuschlag f\u00fcrs neue projekt erhielt ein Bike das Beides vereinte \u2013 jahrelang stand die HD Ironhead nach offensichtlich gescheiterten customizing, schon in einem Schuppen und wartete auf eine zweite Chance. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben\ndes Vorbesitzers, w\u00e4re die Harley bis am Schluss perfekt gelaufen. Ein Blick\nins Innere des Motors sagte jedoch etwas anderes. Der Motor war ein komplettes\nWrack. Lager waren ausgeschlagen, die Welle des Kickstarters hatte ein Spiel\nvon gut f\u00fcnf Millimeter, als Ursache des \u00d6lverlusts wurde ein Riss im\nMotorblock festgestellt und von einer tolerierbaren Kompression waren die\nHarley weit entfernt. Kurzum der Motor war ein Totalschaden und musste komplett\nneu aufgebaut werden. Grunds\u00e4tzlich stellen diese arbeiten f\u00fcr den\n\u00f6sterreichischen HD Freak kein Problem dar, doch sie waren finanziell nicht\neingerechnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders sah\ndie Sache beim Fahrwerk aus. Der Rahmen aus dem Jahr 1978 war grunds\u00e4tzlich\nunverbastelt und original. Dies sollte nicht lange so bleiben. In Hafis Kopf\nschwebte die Idee eines sehr schlanken, klassischen Styl`s. Dazu war es jedoch\nn\u00f6tig das Rahmenheck zu verschm\u00e4lern. Knapp 30 Millimeter wurden auf beiden\nSeiten entfernt und dann alles wieder fachgerecht verschwei\u00dft. So gelang es\nHafi, eine zierliche Linie vom Heck bis zur Front zu schaffen. Nat\u00fcrlich zieht\nsolch eine Aktion eine Vielzahl an anderen Arbeiten mit sich. Nur gut, dass\nsich in Hafis kleiner Werkstatt auch eine Drehbank befindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Da sich \u00fcber\ndie Jahre ein gro\u00dfes Ersatzteillager angesammelt hat, konnte der \u00d6sterreicher\naus dem Vollen w\u00e4hlen. Eine eigentlich neuwertige wundersch\u00f6n verchromte Springergabel\nbekam den Zuschlag. Sto\u00dfd\u00e4mpfer mit Cover wurden ans Heck geschraubt. In Hafis\nSammelsurium befanden sich auch eine Unzahl an Benzintanks. Auch hier bekam das\nschmalste Teil den Zuschlag. Den \u00d6ltank fertigte er jedoch selbst. Zwei\nHydraulikpumpen eines Aufzugs wurden dazu verschwei\u00dft und auch gleich mit einer\nau\u00dfenliegenden F\u00fcllanzeige versehen. Der Auspuff wurde ebenfalls in Eigenregie\ngefertigt. Alte Fishtail Endt\u00f6pfe k\u00fcrzte Hafi brutalst aufs Minimum und verband\ndiese mit den Eigenbau \u2013Kr\u00fcmmern, in denen D\u00e4mpfer eingelassen wurden. <\/p>\n\n\n\n<p>Hafi hatte\nnoch einen alten S&amp;S Vergasern herumliegen. Diesen schraubte er an den\nselbst gefertigten 90 Grad Manifold. Der Luftfilterdeckel stammt aus einer\nHonda 750 Four und war urspr\u00fcnglich ein \u00d6lfiltercover. Fu\u00dfrasten, Griffe sowie\nden Kickstarter fertigte Hafi an der Drehbank. Das Cover f\u00fcr die hintere Felge\nstammt aus Frankreich und war eigentlich eine Zierkappe eines Citroen DS. Die\nSitzplatte aus Alu waren ein leichtes und rasch gefertigt. Eigenbau ist\nnat\u00fcrlich auch der Heckfender, der in \u201eDuck-Style\u201c das Hinterteil in Szene\nsetzt. Duck = Ente = Antn in \u00f6sterreichischen Dialekt \u2013 somit war der Name des\nBikes auch gefunden &#8211; ANTN.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rahmen\nwurde sandgestrahlt und anschlie\u00dfend tiefschwarz lackiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Als das Bike\nwieder fertig auf beiden R\u00e4dern stand, mit der wundersch\u00f6n verchromter Gabel\nden gl\u00e4nzenden D\u00e4mpfern, den Chromfelgen und dem wieder in Stand gesetzten und\nhochglanzpolierten Motor, war Hafi jedoch mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Das\nBike war grunds\u00e4tzlich fertig, doch es fehlt etwas. Es war ein wie man so sch\u00f6n\nsagt, nur ein \u201esch\u00f6nes Bike\u201c \u2013 mehr jedoch nicht. Es faszinierte, wie Hafis\nbisherige Projekte, eben nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Gut zehn\nTage stand die Harley, fertig auf der Hebeb\u00fchne, ehe Hafi die Inspiration fand\n\u2013 alles nochmals zerlegen. Steam Punk Style \u2013 das war sein Plan.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle gl\u00e4nzenden\nChromteile kamen zum Sandstrahler und wurden \u201eentglanzt\u201c. Mit dem\nPropangas-Fl\u00e4mmer bearbeitete er die Teile und erzeugte so ein Farbenspiel von\nBlaugrau (340 Grad), Purpurrot (270 Grad) bis Gelbweiss (200 Grad). Als\nAbschluss wurde eine Schicht Ovatrol aufgetragen und sorgt so f\u00fcr eine\nSchutzschicht. Der Rahmen wurde mit \u201eScotch Brite\u201c an einigen Stellen bis zur\nGrundierung angeschliffen und dann wider mit mattem Klarlack \u00fcberzogen. Die auf\nHochglanz polierten Teile des Motors wurden mit Schleifpapier wieder matt\ngeschliffen und teilweise mit schwarzem Motorlack \u00fcberzogen. Selbst gefertigte \u00d6l\nund Benzinleitungen f\u00fcgen sich in das Gesamtbild perfekt ein und gemeinsam mit\nden Stoffummantelten Kabeln entstand eine klassische Linie. Lederk\u00fcnstler Nilo\nwurde mit der Anfertigung des ziemlich schr\u00e4gen Sitzes beauftragt \u2013 das\nErgebnis &#8211; einfach geil.<\/p>\n\n\n\n<p>Hafis Frau,\nMargit sorgte f\u00fcr ein perfektes Finish. Die Hobby Airbrusherin versuchte sich\nerstmals an einer Pinseltechnik. Sie schuf das freche Tankdesign und auch die Pinstriping\nam Heck.<\/p>\n\n\n\n<p>Als das Bike,\nzum zweiten Mal, wieder vollst\u00e4ndig zusammengebaut auf der Hebeb\u00fchne stand, war\nauch Hafi zufrieden und einer Probefahrt stand nichts mehr im Weg. Der Motor\nlief perfekt, Auspuffsound war OK, und auch in Punkto Sitzkomfort hatte Hafi\nalles richtig gemacht. Allerdings zeigte sich jetzt ein massives Problem \u2013 der\n1,98 gro\u00dfe und weit \u00fcber hundert Kilo schwere Customicer passt nicht auch die\neher zierliche Ironhead. Nur gut, dass Hafis Frau Margit und auch deren\ngemeinsame Tochter auch die Fahrlizenz f\u00fcr einspurige Fahrzeuge besitzen, aber\ndas ist eine andere Geschichte\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Story: GAU<\/p>\n\n\n\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.foto-laden.at\/\">Fotoladen Neunkirchen<\/a> <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass der \u00d6sterreicher, Helmut Hafenscher, alias \u201eHafi\u201c die hohe Kunst des Motorradveredelns beherrscht, das hat er 2018 eindrucksvoll bewiesen. Auf der Custombike-Show in Bad Salzuflen haben die beiden, von ihm aufgebauten Bikes, jeweils einen ersten Platz errungen. 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